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Grundschule Winklarn-Thanstein

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Das Auge - Leben als Blinder

Eine besondere Unterrichtsstunde erlebten die Schüler der 3. Klasse als Stefan Becher sie in der Thomas-Aquinus-Rott-Grundschule Winklarn-Thanstein besuchte.

Vorausgegangen war im Heimat- und Sachunterricht die Thematik "Das Auge" und Stefan Becher berichtete dazu über seine Erfahrungen und sein Leben als Blinder. Dadurch wurde den Schulkindern eine konkrete Begegnung mit einem Menschen, der von dieser Behinderung betroffen ist, ermöglicht.

Alle warteten schon gespannt, als Herr Becher in Begleitung der Klassenlehrerin Helga Höpfl das Zimmer betrat. Die Klasse begrüßte Stefan Becher zuerst mit einem Lied. In einer vorhergehenden Unterrichtsstunde hatten sich die Kinder Fragen überlegt, die sie dem Neunburger stellen wollten. Stefan Becher erzählte, dass er vor 20 Jahren durch einen Unfall sein Augenlicht verloren habe. Seitdem versuche er möglichst selbstständig wie jeder andere zu leben. So wollten die Schüler u.a. wissen, ob er sich das Essen selbst zubereiten kann, ob er alleine zum Einkaufen geht und wie er dort bezahlen kann. Sie waren sehr erstaunt zu hören, dass er in Neunburg sehr viel zu Fuß unterwegs ist, wie er sich in der Stadt orientieren kann und dass das Schreinern sein großes Hobby ist.

Für weitere Überraschung sorgten die verschiedenen Hilfsmittel, die Herr Becher als Blinder besitzt und den Kindern zeigte, z. B. Würfel, Meterstab, Lineal, Spielkarten oder ein Mensch-ärgere-dich-nicht-Spielbrett, alle mit erhabenen Punkten, die erfühlt werden können. Außerdem zeigte er den Schülern seinen Blindenstock und eine sog. Lichtfinder, der ihm zum Beispiel die Lage eines Fensters anzeigt. Besonders faszinierte sie ein Farberkennungsgerät, das dem Blinden die Farbe eines Kleidungsstückes mitteilt und das alle Kinder ausprobieren wollten.

Nach zwei interessanten Schulstunden überraschte Stefan Becher die Schulkinder zum Abschied mit Süßigkeiten, die er in seiner selbstgeschreinerten "Schatzkiste" mitgebracht hatte. Auch die beiden Klassensprecher bedankten sich mit einem Geschenk, das er ertasten sollte. Am Ende waren alle davon überzeugt, dass Stefan Becher trotz seiner Behinderung sehr große Lebensfreude und Optimismus ausstrahlt.